Einsatzbericht 200
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Einsatz am 31.05.2013 (Quelle: Feuerwehr Riedrode)

 

Einsatzart: H2 Unwetter - Mehrere Einsätze
Datum / Uhrzeit: Fr., 31.05.2013 / 18:11 Uhr
E-Stelle: Biblis, Weschnitzdamm
Ausgerückte Fahrzeuge: ■ MTF ■ HLF 10/6 ■ RW 1
 Anhänger-TSA □ Anhänger-TH □ Anhänger-Nachschub
■ Rettungsdienst (RD Kreis Bergstraße, DLRG Biblis)
■ Polizei (Streifenwagen, Ordnungsamt Biblis)
■ Feuerwehr Bürstadt
 Feuerwehr Bobstadt
   Sonstige Kräfte (Feuerwehren des Kreis Bergstraße, THW Ortsverbände Kreis Bergstraße, diverse Feuerwehren der anliegenen Landkreise)

Unwettereinsatz, Weschnitzdamm Biblis

Am Freitagabend, 31.05.2013 wurde die Feuerwehr Riedrode gemeinsam mit den Feuerwehren Bürstadt, Bobstadt sowie diversen Feuerwehren und THW Ortsverbänden des Kreises Bergstraße sowie der umliegenden Landkreise zu einem Unwettereinsatz nach Biblis alarmiert. 
Aufgrund der anhaltenden Regenmassen musste der dortige Deich auf einer Länge von ca 500m mit Sandsäcken geschützte werden.
Die Feuerwehr Riedrode unterstützte die Einsatzkräfte beim "Deichbau" sowie bei den anfallenden Beleuchtungsarbeiten bei einsetzender Dunkelheit. 

Einsatzende für die Riedrode Kräfte war gegen 4:00 Uhr am frühen Samstagmorgen.

Bericht: Sascha Brutscher (Feuerwehr Riedrode). 


Videobeiträg (c) HR Online
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Weitere Berichte:


Weschnitz steht an der Kante des Damms

Großeinsatz: Mehr als 100 Helfer seit gestern Abend in Wattenheim im Einsatz / Zustand auf Länge von 500 Metern kritisch

Biblis. Mit Blaulicht sind gestern die Wehren aus der Umgebung nach Wattenheim gerast. Und nicht nur Feuerwehrleute waren im Einsatz, auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und das Technische Hilfswerk (THW) eilte zu Hilfe, denn in Biblis drohte der Damm zu brechen. Mehr als 100 Helfer waren gestern Abend und in der Nacht im Einsatz. In Lampertheim wurden Sandsäcke gefüllt, 15 000 bis 20 000 wurden gebraucht, schätzte der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf. Zusammen mit Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller koordinierte er am Gerätehaus in Biblis den Großeinsatz.

"Vollalarm" heißt es, wenn alle Feuerwehrleute rausmüssen. Und dieser wurde in Biblis gestern gegen 17 Uhr ausgegeben. Denn fast alles musste per Hand erledigt werden: "Schwere Maschinen können vor Ort nichts machen, das ganze Gelände am Damm ist zu aufgeweicht und zu schwammig", erklärte Schimpf. Zwar brachten zig Einsatzfahrzeuge der Wehren die Säcke vor Ort, doch auf den Deich mussten die Helfer sie hieven. Sie bildeten mehrere Menschenketten, um so schnell wie möglich fertig zu werden.

Auf einer Länge von 500 Metern stand die Weschnitz an der Kante des Damms. "30 Zentimeter müssen wir aufbringen, und vielleicht reicht auch das nicht. Deswegen stapeln wir unten breiter, um später oben noch Platz zu haben für weitere Säcke", kündigte Wolfgang Müller an.

Eigentlich ist der Damm bei Biblis frisch saniert - die Arbeiten sind bei Wattenheim allerdings noch nicht abgeschlossen. Und genau das ist der Knackpunkt. An dieser kritischen Stelle wurde der Deich laut dem Kreisbrandinspektor um 1,20 Meter abgetragen - und diese Höhe fehlt nun. Die Baufachleute waren selbst vor Ort, um die Lage einzuschätzen - und schlugen nach den gestrigen Regenmassen Alarm.
Wachen laufen Deich ab

"Wir hatten gehofft, dass sich die Lage entspannt, aber dem war leider nicht so", bedauerte Schimpf. Seine Sorge betrifft den ganzen Kreis, denn im Odenwald rutschten Hänge ab, außerdem gab es viele umgestürzte Bäume. Die flachen Wurzeln fanden in dem aufgeweichten Gelände keinen Halt mehr.

Außerdem mussten in der Region Dammwachen eingerichtet werden - nicht nur in Biblis, sondern auch in Bobstadt, Einhausen, Lorsch und Heppenheim. "Und wenn der Rhein höher steigt als 6,50 Meter, müssen die Helfer auch dort die Lage kontrollieren", so Schimpf. Und dann droht das nächste Problem: Die Weschnitz kann nicht mehr abfließen, der Pegel steigt noch höher. Aber daran wollen Schimpf, Müller und die Einsatzkräfte lieber nicht denken. Der Wetterbericht gab ihnen Hoffnung, dass sie sich nach dem Kraftakt seit gestern Abend etwas erholen können.

"Das ist eine tolle Leistung, dass wir in so kurzer Zeit so viele Helfer zusammenziehen können - und das an einem Brückentag", lobte der Kreisbeigeordnete. Denn die Einsatzkräfte mussten über Stunden in mehreren Schichten schaffen. Schon früh stellten sie die Beleuchtung auf, weil klar war, dass sie in der Nacht weitermachen müssen. Und dann setzte am Abend der Regen - schon wieder! - ein.

© Südhessen Morgen, Samstag, 01.06.2013